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Während einer der letzten Bike Weeks bog ein großer, muskulöser
Mann mit seiner lärmenden Cwstom-Harley auf eine Tankstelle in
Daytona Beach ein. Er schaute aus kalten, bösen Augen. Er griff
in seine Packtasche. Würde er jetzt eine 45er Automatik ziehen
und damit losballern? Unwillkürlich wichen die Umstehenden einige
Schritte zurück. Was zum Vorschein kam, war sein Handy. Er riss
sich einen Handschuh von der Hand, bearbeitete die winzigen Tasten und
drückte sich das Teil ans Ohr. »Jennifer, du weißt,
wann du ins Bert zu gehen hast. Jetzt tu, was die Babysitterin sagt!«,
knurrte er drohend.
Wie ließ sich nun also dieser Harley-Fahrer zuordnen, dessen Ärger
sich nicht etwa gegen das Mitglied einer rivalisierenden Gang, sondern
gegen seine kleine Tochter und deren Babysitter richtete? Ein authentischer
Harley-Davidson-Fahrer oder ein Neunziger-Softie, der im Gewand des
Schurken lediglich ein motorisiertes Draufmach-Wochenende verbrachte?
Weshalb war er da? Um einfach nur zu trinken, zu feiern, im Sonnenschein
spazieren zu fahren und dann mit neu erstarktem männlichem Selbstbewusstsein
wieder ins traute Heim zurückzukehren? Die große Clan-Versammlung,
die durch die schieren Massen vermittelte Sicherheit, legten sich wie
ein Schutzschild über ihn und gestatteten ihm eine kurze Verwandlung
und möglicherweise auch die Gewissheit, dass er, ungeachtet aller
Fantasien über eine postmoderne, freundlichere und weniger harte
Welt, auf seiner Harley endlich wieder ein echter
Mann sein durfte.
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