Dadurch, dass das Individuum über der Maschine steht,
hebt sich der Harley-Davidson-Fahrer von Fahrern anderer Maschinen ab. Seit der Einführung des bahnbrechenden Modells EL vor 60 Jahren dient die Harley immer noch demselben Zweck, doch sie passt sich in jeder nur erdenklichen Weise den individuellen ästhetischen Bedürfnissen ihres Besitzers an. Eine Harley kann man abspecken, lackieren und wieder lackieren, vergammeln lassen, schlecht pflegen, mit Pan- oder Sho-velheads umrüsten, mit einer Sissy-Bar versehen, mit oder ohne Packtaschen fahren, verchromen, entchromen, eine Einspritzanlage einbauen, die Gabel streichen, den Rahmen modifizieren oder Airbrush-lackieren - sie wird immer eine Harley bleiben. Dieses Verlangen, Dinge zu verändern und zu improvisieren, ist typisch amerikanisch. Die Harley-Davidson ist genauso respektlos, ungehobelt, unverschämt, unvorsichtig, stolz, verwegen, unterschwellig sexuell und offen todbringend wie das andere große Objekt, das man mit dem amerikanischen Wesen verbindet, der 45er Colt. Nicht zufällig zählen zu den beliebtesten Dingen, mit denen Amerika die Völker der Welt gesegnet hat, die Harley-Davidson, das Zippo-Feuerzeug, die Gibson-Gitarre, der Stetson-Hut und Justin-Cowboystiefel. Fügt man die noch universelleren amerikanischen Ikonen Coca-Cola und die Disney-Figuren hinzu, so ist die Kultsammlung komplett.

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