Der klassische Biker wurde als Graybeard (Graubart) bezeichnet; er war ein grauhaariger, narbenbedeckter, und windzerfurchter Krieger der Landstraße, ein gestählter Veteran, der aufgrund seiner Weisheit in Bezug auf die elementaren Werte des Lebens und in Bezug auf Harley-Davidson-Motor-räder der stärkste und mächtigste unter den Löwen des Rudels war. Diese Wertschätzung von Alter und Erfahrung bildete das Herzstück der Harley-Kultur. Alter verlieh einer Person oder einem Gegenstand eine Art Patina, die sich nicht kopieren ließ. Als die so genannten Wichtigtuer auf der Bildfläche erschienen, mussten sie die Überlegenheit der Alten anerkennen - im Gegensatz zu anderen modischen Freizeitaktivitäten wie Skifahren, Surfen und Bergsteigen, wo die agilen, neunmalklugen Jungen den Ton angeben.

Wie auch immer man dazu stehen mag, der Prototyp des Bikers, die zentrale Figur im Harley-Davidson-Kosmos, ist auch heute noch der Anführer eines der mächtigen, international vertretenen Clubs wie der Angels oder der Pagans. Er ist um die 40 oder 50, vielleicht auch älter, trägt immer noch lange Haare und Vollbart, hat ein sonnengegerbtes, zerfurchtes Gesicht, den ruhigen Blick eines Revolverhelden und ist stets wortkarg. Auf seinem fleischigen, muskulösen Körper trägt er einige Tattoos, doch keine so lächerlichen Verzierungen wie sie die Body-Art-Fetischisten lieben, denen man manchmal auf Biker-Treffen begegnet. Dieser Greybeard, ein gereifter Kämpfer für die große gemeinsame Sache (wie unklar und verschwommen sie auch sein mag), steht an der Spitze der Bewegung und wird von allen anderen gefürchtet und geachtet, die sich die größte Mühe geben, sein Verhalten nachzuäffen.

greybeard

 

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